Die Südtiroler Dolomiten bieten an der Schnittstelle zwischen Plattkofel, Schlern und dem Rosengarten ein wunderbares Ziel – die Rosszähne und das Tierser Alpl. Bergwandern auf der Seiser Alm – das klingt nach Spaziergang. Doch schon die 56 Quadratkilometer der größten Hochalm Europas bieten genügend Höhenunterschiede. Auf dieser Wanderung ging es von Compatsch (1.844 m) über die auf 2.500 m Höhe gelegene Roßzahnscharte zum Tierser Alpl (2.440 m). Das ist schon eine richtige Bergwanderung!
Im Familienurlaub geht es ein wenig gemütlicher zu und so bewältigten wir den Aufstieg von Schlern nach Compatsch mit der Seilbahn. Das ist empfehlenswert, wenn man eine größere Wanderung plant, die auf der Seiser Alm beginnt. Aus Spass fuhren wir noch mit dem „Panorama“-Sessellift zum Hotel Panorama. Danach folgten wir dem Weg Nr. 2 über saftige Wiesen bis zum Beginn des Aufstieges zur Roßzahnscharte. Dabei hat man immer gute Aussicht sowohl auf den Schlern auf der einen Seite, als auch auf Lang- und Plattkofel auf der anderen Seite. Von einer Stelle aus konnte man sogar das Schlernhaus sehen, obwohl ansonsten der Blick darauf von unten in den meisten Fällen verwehrt bleibt.
In steilen Serpentinen zieht sich der Weg dann den Hang hinauf bis zur Scharte. Beim Aufsteigen richtet sich der Blick nach oben auf die vielen Wanderer über uns. Genauso kurios sieht es später von oben aus, wenn man auf die Pünktchen nach unten schaut. Wie eine sich windende Perlenkette. Oben angelangt werden wir mit einer schönen Aussicht auf die „andere“ Seite belohnt. Mit gutem Auge erkennt man die Plattkofelhütte. Dahinter thront der Sella-Stock in der Ferne. Wir können sogar die Pordoi-Spitze mit der Bergstation der Seilbahn erkennen. Gegenüber schauen wir auf den Molignon (2.845 m) in der Rosengartengruppe. Leicht abfallend führt der Pfad zur Tierser Alpl. Selbst vor der Renovierung zum Zeitpunkt der Wanderung 2014 war das eine schöne Hütte. Später, 2017, auf meiner Hüttenwanderung durch die Dolomiten-Highlights konnte ich in der dann erneuerten, modernen Hütte übernachten. Nicht umsonst hat sie den Südtiroler Architekturpreis erhalten. Die Innengestaltung mit Holz erinnert mittlerweile an ein Luxushotel. Fantastisch!
Aber zurück zur Wanderung. Der mögliche Aufstieg auf den Schlerngipfel war an diesem Tag nicht geplant. So ging es nach gutem Essen und Trinken auf einem leicht abfallenden Fahrweg weiter in Richtung Plattkofelhütte. In Laufrichtung lag in der Ferne das Fassa Tal. Daraus erhebt sich die Marmolada, von der wir die senkrecht abfallende Südwand sehen konnten. Mit 3.343 m bildet die Marmolada die höchste Erhebung der Dolomiten. Bald bogen wir nach links ab und gelangten über den Tanötschbach zur Mahlknechthütte. Einkehren kann man immer. Für mich gehört das zu den Freuden des Bergwanderns dazu. Danach „stiegen“ wir ab – es ging auf Fahrwegen kontinuierlich bergab – bis zur Tirler Alm und zur Bushaltestelle in Saltria. An der Haltestelle war es recht voll, aber es fuhren viele Busse und so gelangten wir bequem zurück nach Compatsch.







